Vielleicht ein Rekord für die Ewigkeit
  06.11.2020 •     Pressemitteilung TOP-Nachricht

Saskia Drechsel in der SZBZ vom 06.11.20: In 100 Jahren Leichtathletik beim VfL Sindelfingen entstehen Erfolgsgeschichten der Extraklasse. Drei davon erzählen von einem traumhaften Damenquartett, von einem pfeilschnellen Eigengewächs und der Titeljagd im Sindelfinger Freibad.

Der Ruf der erfolgreichen Frauenstaffel ereilte 1985 Anke Köninger, heute Salzer. Unter ihrem Mädchennamen verpasste sie als 5850-Punkte-Siebenkämpferin die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles nur knapp. „Die Verletzungsgefahr war hoch und ich hatte ständig Muskelfaserrisse, deswegen habe ich mich entschieden, auf den Sprint umzusteigen, und habe 1985 nach Sindelfingen gewechselt“, erzählt Salzer heute. Unter Trainer Werner Späth wurde sie zur festen Größe in der Sindelfinger 4x100m-Sprintstaffel auf Weltklasseniveau.

Dann der Höhepunkt: Bei den Deutschen Meisterschaften 1988 in Frankfurt lief das Quartett Margrit Schiller – Anke Köninger – Andrea Thomas – Ulrike Sárvári mit 43,52 zum Titel und einem Vereinsrekord für die Ewigkeit. „Wir hatten viel Spaß, haben gemeinsam täglich trainiert, meistens im Floschenstadion, und waren eine tolle Truppe, zeitweise haben wir ja auch fast die gesamte Staffel der Nationalmannschaft gestellt“, erinnert sich Anke Salzer.

Von der Tribüne in die Annalen

Fast 20 Jahre als aktiver Leichtathlet, immer im Trikot des VfL Sindelfingen, Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft, die deutsche Meisterschaft über 200 Meter und zahlreiche nationale Medaillen: Michael Schwab hat einiges vorzuweisen, seinen absoluten Höhepunkt erlebte er aber ganz am Ende einer langen Laufbahn: „Der Staffeltitel bei den Deutschen Hallenmeisterschaften 1998 war die Krönung meiner Karriere. Klar, zwischendrin hatte ich auch andere große Erfolge, aber dem Meistertitel mit der Staffel bin ich immer hinterhergelaufen“, erzählt Michael Schwab.

Im Jahr 1980 begann er beim VfL Sindelfingen mit der Leichtathletik, nachdem er als Zuschauer bei den Halleneuropameisterschaften im Glaspalast Feuer gefangen hatte. Er durchlief alle Schüler- und Jugendklassen und sprintete 1986 mit der Jugendstaffel zum Meistertitel, der gleiche Erfolg bei den Aktiven blieb ihm lange verwehrt. „Unser Trainer Jogi Kerl hat immer den Schwerpunkt auf die Staffel gelegt.“

In den Jahren 1990 bis 1998 gewann das Sindelfinger Staffelquartett in wechselnder Besetzung über die 4x200 Meter in der Halle mehrmals Silber, auch im Freien reichte es über die 4x100-Meter-Strecke zweimal zum Vizemeistertitel und einmal zur Bronzemedaille. Für den Individualsportler Schwab waren indes die Erfolge 1990 mit dem Meistertitel über die 200-Meter-Strecke im heimischen Glaspalast und der darauffolgenden Teilnahme an den Halleneuropameisterschaften in Glasgow der größte Erfolg.

Hatz durchs Bad

Den jüngsten Mannschaftserfolg errangen in diesem Jahr drei Sindelfinger Läuferinnen im Schlamm und Matsch. Bei den Deutschen Crossmeisterschaften im März im heimischen Sindelfinger Freibad gaben Antonia Greb, Mia Jurenka und Kim Bödi auf unsicherem Terrain alles. „Lange war unsicher, ob wir als Mannschaft antreten, Antonia war nicht zu hundert Prozent fit. Wir wollten aber unbedingt in die Teamwertung, weil abzusehen war, dass hier der größte Erfolg möglich ist“, sagt Kim Bödi.

Auf das Trio wartete eine mehr als schwierige Strecke. „Die Bedingungen waren verrückt. Wir hatten extremen Matsch, das war kein Laufen mehr und wahnsinnig anstrengend“, sagt Bödi. Die Trainingskameradinnen zogen sich gegenseitig mit und blieben lange eng zusammen. „Der größte Moment war in der letzten Runde, alles war voll mit anfeuernden Sindelfinger Fans.“

Tatsächlich stand nach dem Zieleinlauf der Erfolg der Sindelfingerinnen fest. Mit einem tollen fünften Platz für U18-Läuferin Mia Jurenka, Platz neun für Antonia Greb und Platz zehn für Kim Bödi im Gesamtklassement wurden die Athletinnen zu Jugend-Mannschaftsmeisterinnen gekürt. „Wir hatten alle nicht damit gerechnet, dass es zu einer Medaille und dann auch noch zu Gold reicht. Im Ziel war das ein sehr emotionaler Moment“, erinnert sich Kim Bödi.

Saskia Drechsel berichtet für die SZ/BZ seit Jahren aus der Leichtathletik-Szene.

Jeden Freitag stellt die SZ/BZ die Geschichte der VfL-Leichtathleten nach. Im 18. Artikel geht es am 13. November um das Floschenstadion.

Bilder zur 17. Folge der Artikelserie in der SZBZ

erstellt von Saskia Drechsel in der SZBZ vom 06.11.2020

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