Trauer um Hebo
  02.06.2021

Nach längerer Krankheit ist gestern unser "Mittelpunkt" verstorben. Seit Jahrzehnten war Herbert Bohr Dreh- und Angelpunkt in den Aktivitäten der Leichtathletik in Sindelfingen. Die 100 Jahre Feier war sein Ding - leider wird er das nun nicht mehr erleben.

Die Wirkung und die Verdienste von Herbert Bohr lassen sich in keinem Fall in wenigen Zeilen darstellen. Zu umtriebig und visioär war sein Engagement für die Leichtathletik in Sindelfingen.

Wir richten umgehend wieder ein Kondolenzbuch auf der Homepage ein. Weitere Informatione werden zeitnah folgen.

Ewald Walker schreibt heute für die WLV-Homepage:

Der Württ. Leichtathletik-Verband trauert um Herbert Bohr.

Er war er Grandseignieur der Sindelfinger Leichtathletik. Jetzt ist Herbert Bohr im Alter von 87 Jahren gestorben. Nach unzähligen Initiativen im VfL Sindelfingen konnte er sein Lebenswerk mit den Festivitäten zum 100-jährigen Jubiläum des VfL nicht mehr zu Ende führen.

Herbert Bohr war neben Otto Welker, Hans Jooß und Dieter Gauger einer der Motoren der Sindelfinger Leichtathletik. Bohrs Namen ist unzertrennlich mit dem Internationalen Hallensportfest (IHS) im Glaspalst verbunden. Weltstars, Weltrekorde und Weltklasseatmosphäre strahlten 23 Jahre (von 1979 bis 2002) über das IHS in die nationale und internationale Leichtathletik-Welt hinaus. Colin Jackson, Merlene Ottey, Javier Sotomayor, Haile Gebrselassie, Sergej Bubka, Linford Christie, Thomas Schönlebe, Heike Henkel oder Heike Drechsler holte „Macher“ Herbert Bohr in den Glaspalast. Sieben Weltrekorde wurden beim IHS erzielt, der Glaspalast war ein Zuschauermagnet in der Leichtathletikszene.

„Herbert Bohr war Ideengeber und Motor für die Sindelfinger Leichtathletik“, würdigt Dieter Locher, Wettkampfwart im Württembergischen Leichtathletik-Verband und „VfL-Netzwerker“, Bohrs Wirken. „Herbert war einer der Wurzeln der Frauen-Sprint-Hochburg Sindelfingen, ich habe größten Respekt vor seinem Wirken“, anerkannte auch Erfolgstrainer Werner Späth die Leistungen von Bohr. Nach dem Ausscheiden aus offiziellen Ämtern gründete der im polnischen Lodz geborene ehemalige Langstreckenläufer die „Freunde der VfL-Leichtathletik“ und plante das 100-jährige Jubiläum, das er wegen der Pandemie jedoch nicht zu Ende bringen konnte.

Über einen Vergleichskampf der Gerarer Leichtathleten in der Daimlerstadt kam Herbert Bohr erstmals Anfang der 50er Jahre nach Sindelfingen und  übersiedelte 1955 aus der ehemaligen DDR ganz in den Westen. Als Vertriebsleiter war er 40 Jahre lang „Mann der Sindelfinger Zeitung“. Seinen 80.Geburtstag verlegte Herbert Bohr in eine Piano-Bar in der Bukarester Altstadt – über 25 Sindelfinger Weggefährten folgten ihm. „Wir verlieren in ihm den großen Zusammenhalt in unserem Verein“ brachte Dieter Gauger, 15 Jahre lang VfL-Abteilungsleiter, die Trauer um Herbert Bohr zum Ausdruck.


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