Paul Specht zeigt der Konkurrenz die Hacken
  17.02.2020 •     Wettkampf Pressemitteilung TOP-Nachricht

Saskia Drechsel in der SZBZ vom 17.02.20: Paul Specht ist der neue Deutsche Jugend-Hallenmeister über die 3000-Meter-Strecke. Der 17-Jährige ließ seinen Gegnern mit einer läuferischen und taktischen Meisterleistung nicht den Hauch einer Chance. Aber auch drei andere Sportler im Sindelfinger Trikot zeigten im Rahmen der nationalen U20-Jugend-Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg ordentliche Leistungen.

Ein Lauf wie aus dem Lehrbuch, dem am Ende niemand etwas entgegenzusetzen hatte: Paul Specht war bei seinem Meisterstück am Sonntag nicht zu schlagen und durfte am Ende über die Goldmedaille jubeln. Der Sindelfinger ging die fünfzehn Hallenrunden über die 3000-Meter-Strecke bei den deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg routiniert an. Auf den ersten beiden Kilometern hielt er sich zurück und überlies es anderen, für das nötige Tempo zu sorgen. In der Spitzengruppe schwamm er aber stets in Schlagdistanz mit, um jederzeit auf Tempoverschärfungen reagieren zu können.

Wie mit Trainer Harald Olbrich im Vorfeld besprochen, setzte er sich nach rund 2000 Metern an die Spitze des Feldes und erhöhte das Tempo kontinuierlich. Als Titel-Favorit war im Vorfeld in erster Linie der Hamburger Ole Grot gehandelt worden und der Jahresschnellste war es auch, den Paul Specht bis zum Schluss im Auge behalten musste. „Ich wusste, dass Ole hintenraus sehr spurtstark ist, deswegen bin ich den letzten Kilometer ordentlich angegangen“, berichtete Specht nach seinem Sieglauf. Bald konnte auch Ole Grot nicht mehr folgen und musste 600 Meter vor dem Ziel endgültig abreißen lassen.

Jubel auf der Zielgeraden

„Einige Runden vor Schluss habe ich mich umgeschaut und gemerkt, dass Ole einen ziemlichen Abstand hat. Da habe ich zum ersten Mal gedacht: Jetzt kann mir das niemand mehr nehmen“, sagte Specht. Souverän lief er das Rennen nach Hause und konnte sich auf der Zielgeraden feiern lassen. In 8:31,15 Minuten gewann der VfL-Athlet souverän den Deutschen Meistertitel. Auch Trainer Olbrich lobte: „Paul hat die Aufgabe in Ruhe erledigt. Er war immer im Bilde, was im Rennen abgeht.“

Trotz Platz sieben und Saisonbestleistung war Nina Nawroth nach ihrem Speerwurf-Wettkampf im Rahmen der an die deutschen U20-Meisterschaften angegliederten Winterwurf-Meisterschaften nicht wirklich zufrieden. Denn beim Einwerfen segelte Nawroths 600-Gramm-Speer auf Weiten jenseits der 45-Meter-Marke. Hochmotiviert startete die Athletin des VfL Sindelfingen demnach in den Wettkampf. Der erste Speer flog über die 40 Meter. Im zweiten Versuch steigerte sich die Sindelfingerin auf 42,87 Meter, es sollte ihr weitester Wurf bleiben. Mit Rückenproblemen konnte sich die 18-Jährige nicht mehr weiter verbessern, ihr blieb am Ende ein ordentlicher siebter Rang. „Nachdem es beim Einwerfen so gut geklappt hat wie noch nie, bin ich jetzt umso enttäuschter. Die 42,87 Meter sind zwar etwas weiter als bei meinem Saisoneinstieg, aber mein Rücken hat ab dem dritten Versuch komplett zugemacht“, ärgert sich Nina Nawroth. „Somit konnte ich mich nicht mehr steigern, was in dem starken Feld nötig gewesen wäre“, konstatierte sie. Der Sieg im gut besetzten Feld ging mit 51,41 Metern an die Leipzigerin Lea Wipper.

Pech im Vorlauf

Pech hatte auch Kim Bödi in ihrem 1500-Meter-Vorlauf am Samstagvormittag. Gleich drei Zeitläufe wurden für die U20-Läuferinnen angesetzt. Nur die ersten drei des jeweiligen Laufs und weitere drei Zeitschnellste konnten sich für das Finale am Sonntag qualifizieren. Der Rennverlauf war also entscheidend und hatte im Fall von Bödi seine Tücken. „Es war ein sehr langsames Rennen und ich wusste eigentlich schon nach einer Runde, dass es nur auf meine Platzierung ankommt und ich Dritte werden muss“, erzählt die Sindelfingerin.

Kim Bödi war von Beginn an vorne dabei, platzierte sich eine Runde vor dem Ziel auf der dritten Position. „Aber auf den letzten siebzig Metern war eine weitere Läuferin spurtstärker. Das ist schade, wenn es so knapp nicht reicht“, überwog bei der Mittelstreckenläuferin die Enttäuschung. Trainer Harald Olbrich lobte dennoch: „Kim hat den langsamsten Vorlauf erwischt und ist taktisch hervorragend gelaufen.“

Viel Kampfgeist zeigte Jacqueline Hamann. Die Stabhochspringerin war topfit nach Neubrandenburg gereist, fing sich aber einen Magen-Darm-Virus ein, der sie ab Samstag um den Vollbesitz ihrer Kräfte brachte. Hamann ging am Sonntagvormittag dennoch an den Start und überquerte mit 3,55 Metern ihre Anfangshöhe. Dann war allerdings Schluss für die Sindelfingerin. An eine Höhenjagd war unter diesen gesundheitlichen Voraussetzungen nicht zu denken, ihr blieb am Ende des Wettkampfs somit nur Platz neun.

erstellt von Saskia Drechsel (SZBZ)


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