Meisterschaft auf Sparflamme
  18.02.2021

Saskia Drechsel in der SZBZ vom 18.02.21: Am Wochenende steht in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle der nationale Höhepunkt einer schwierigen Hallensaison der Leichtathleten an. Nachdem zuvor nur sehr wenige Wettkämpfe möglich waren, ist auch das Programm in der westfälischen Metropole sichtlich abgespeckt.

Die Staffeln fehlen ebenso, wie Rennen über die 200-Meter-Strecke. Auch die Starterfelder sind deutlich geschrumpft. Die Bahnwettkämpfe finden ohne Halbfinals statt, mit Ausnahme der Sprintwettbewerbe stehen sich maximal zehn Kontrahenten gegenüber.

Es werden deutschlandweit die einzigen Titel sein, die in diesem Winter vergeben werden, schließlich wurden sowohl die Landesmeisterschaften, als auch die Süddeutschen oder die Jugend Hallenmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast abgesagt.

Als großer internationaler Höhepunkt stehen lediglich die Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun (4. bis 7. März) an, am Wochenende bietet sich die letzte Möglichkeit für eine Qualifikation.

Die Titelkämpfe in Dortmund wurden glücklicherweise vor wenigen Wochen vom Gesundheitsamt und dem Ordnungsamt der Stadt Dortmund genehmigt, seitdem können auch die Athleten mit einem Saisonhöhepunkt planen. Teil der Meisterschaft sind selbstverständlich ein umfangreiches Hygienekonzept, zahlreiche Tests und leere Zuschauerränge. Leichtathletikfans können die Wettkämpfe stattdessen über einen Livestream auf leichtathletik.de verfolgen, am Sonntag bietet das ZDF außerdem ab cirka 16:30 Uhr eine Zusammenfassung in der Sendung „SPORT extra“.

Die Sindelfinger Leichtathleten gehen entsprechend mit einer kleinen, aber feinen Mannschaft an den Start. Aleksandar Gacic tritt über die 60-Meter-Hürden an. „Mein Wettkampf im Glaspalast lief gut, ich bin in guter Form und dankbar, dass eine Meisterschaft stattfindet, mein Ziel ist es , ins Finale einzuziehen.“ Vereinskamerad Niklas Rippon macht sich ebenfalls auf in den Hürdenwald.

Nachwuchstalent Eric Maihofer ist aktuell im Prüfungsstress, hat sich für seinen Kugelstoßwettkampf aber einiges vorgenommen: „Ich erhoffe mir, dass ich eine neue Hallenbestleistung stoßen kann und an meine 18,39 Meter aus der Freiluftsaison heranstoße oder sie sogar übertreffe.“ Ebenfalls im Kugelstoßen geht Lea Riedel für die Blau-Weißen bei den Frauen in den Ring.

Constantin Preis

Trainingslager

Das Sindelfinger Langhürden-Ass Constantin Preis wird in Dortmund über die 400 Meter flach antreten. Zuletzt konnte er sich als Bundeskaderathlet in einem Trainingslager auf den Kanaren vorbereiten. „Wir haben uns spezifisch auf die Hürden konzentriert und das gute Wetter genutzt“, so Preis. Zu den Deutschen Meisterschaften reist er ohne Druck, wenngleich der ehrgeizige Sportler immer vorne laufen möchte. „Ich habe eine gute Trainingsbasis, was Schnelligkeit und Ausdauer betrifft, gebildet. Im Glaspalast standen die 400 Meter ohne Hürden im Mittelpunkt des Trainings. Ich habe gute Trainingswerte und kann entsprechend selbstsicher in den Wettkampf gehen.

Constantin Preis will eine Medaille

Simon Bayer

20,85 Meter

Einer von zwei Sindelfinger Medaillenkandidaten im Kugelstoßwettkampf ist Simon Bayer. Nach einem kurzfristigen Trainingslager in den USA überzeugte er beim ersten Wettkampf-Auftritt im Sindelfinger Glaspalast und wuchtete sein Wettkampfgerät auf starke 20,12 Meter. Das Training läuft für den 25-Jährigen aktuell rund. In Dortmund möchte sich Bayer gut präsentieren. „Ich will mich auf meine Technik konzentrieren, weil jeder Wettkampf wertvoll ist. Eine Art Training für die Sommerwettkämpfe.“ Auch mit der Norm für die Hallen-EM liebäugelt der Sindelfinger. „Die Europameisterschaften wären eine geniale Möglichkeit zu zeigen, was ich wirklich kann“, sagt Bayer. Allerdings sind als Norm 20,85 Meter gefordert.

Simon Bayer will nach Tokio

Tobias Dahm
Zweiter Wettkampf

Tobias Dahm blickt auf die Hallen-EM-Norm und möchte die letzte Chance in Dortmund nutzen. „Falls es die Möglichkeit gibt dort zu starten, werde ich nicht
nein sagen“, so der Kugelstoßer. Er trat in der laufenden Hallensaison erst ein Mal in Erscheinung. In Rochlitz wuchtete er sein Wettkampfgerät auf
19,30 Meter und muss sich am Wochenende nun der starken nationalen Konkurrenz stellen. Schon einige Athleten sind der 20-Meter-Marke in diesem Jahr
nahe gekommen. „Das Training läuft eigentlich nach Plan, aber ich hatte erst einen Wettkampf, schwer zu sagen, was beim zweiten passiert.
Wir haben alles auf den Sommer ausgelegt, da wir ja nicht wussten wie wir die Halle überhaupt planen sollen“, so Dahm.

Gute Leistungen bei den bisher wenigen Wettkämpfen

 

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erstellt von Saskia Drechsel für die SZBZ am 18.02.21

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