„Für Harry durchgezogen“
  10.02.2021

Velten Schneider - neue Bestzeit für seinen verstorbenen Trainer Harry O.

Saskia Drechsel in der SZBZ vom 10.02.21: Die Trainingsgruppe der Sindelfinger Mittel- und Langstreckenläufer hat nach dem plötzlichen Tod von Trainer Harald Olbrich am Freitag einen tragischen Verlust zu beklagen. Dennoch bissen zwei Athleten am Sonntag die Zähne zusammen und gingen beim PSD Bank Indoor Meeting in Dortmund an den Start.

Velten Schneider und Paul Specht hatten erst vor einer Woche, gemeinsam mit Olbrich, neue Bestzeiten über die 3000-Meter-Strecke feiern können. Sie liefen in Erfurt so schnell wie nie und empfahlen sich mit einem beherzten Auftreten für das Vorprogramm des international stark besetzten Meetings in Dortmund.

Dort starteten sie über die kürzere 1500-Meter-Strecke. Für den 18-jährigen Paul Specht ging es im gut besetzten B-Lauf der Männer gleich zur Sache. Gegen nationale und internationale Konkurrenten konnte das Nachwuchstalent gut mithalten und landete auf dem achten Platz. In die Ergebnislisten ging erneut eine neue Bestzeit von 3:47,95 Minuten ein. Damit steigerte der Sindelfinger seine alte Bestmarke von vor einem Jahr um starke drei Sekunden. Auch Velten Schneider zeigte seine gute Form und war, anders als in der Vorwoche, sogar etwas schneller als sein Trainingskamerad Specht. Im C-Lauf der Veranstaltung bekam er es mit seinem langjährigen Konkurrenten Robert Baumann und weiteren deutschen Spitzenläufern zu tun. Dennoch konnte er sich so schnell wie noch nie durchsetzen und gewann seinen Lauf in 3:47,58 Minuten.

„Wir haben uns mit der Trainingsgruppe besprochen und sind uns alle sicher gewesen, dass Harry es gewollt hätte, dass wir rennen. Wir haben es für ihn durchgezogen“, sagt Velten Schneider, der mit schwarzer Armbinde ins Rennen ging und den Arm nach seinem Sieg emporreckte. Wie es für die Sindelfinger Trainingsgruppe nun weitergeht, steht noch in den Sternen. Von allen Seiten haben sich Unterstützer gemeldet. „Es zeigt sich, dass Harry ein tolles Netzwerk hatte. Die Tübinger Trainerin Isabelle Baumann und der Nordschwarzwälder Coach Jack Müller haben sofort vereinsübergreifende Unterstützung angeboten. Wir wollen die Athleten als Team zusammen lassen und die Saison erfolgreich weiterführen“, sagt Olaf Labrenz, Co-Trainer unter Harry Olbrich.

erstellt von Saskia Drechsel für die SZBZ

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