European Finals in München - Sindelfinger Erfolge
  18.08.2022

Toll: Carolina Krafzik ist im Finale am Freitag über die 400m Hürden. Bild: Schüttke

Als Chronist: seit Montag im nach wie vor beeindruckenden Münchner Olympiastadion! WAs für Wettkämpfe und vor Allem die Erfolge der Sindelfinger Athleten. Für die Sindelfinger Zeitung übernimmt Saskia Schüttke die Berichterstattung. Hier ihre Berichte!

EM: Carolina Krafzik so schnell wie nie

Hürdenläuferin des VfL Sindelfingen kommt nach 54,32 Sekunden ins Ziel und begeistert die Zuschauer bei der EM im Münchner Olympiastadion.

Mit einem grandiosen Rennen bei den Europameisterschaften in München ist Carolina Krafzik ins Halbfinale und in die Herzen der Fans gelaufen. Die Sindelfingerin zeigte im 400-Meter-Hürden-Vorlauf eine mitreißende Vorstellung und lief vor den Fans so schnell wie noch nie.

„Sie geht an wie der Teufel“, wurde Krafziks beherzter Start im Livestream kommentiert und die Sindelfingerin enteilte tatsächlich schon auf den ersten Metern der Konkurrenz. Nach der dritten Hürde lag sie bereits deutlich in Führung und zog immer weiter davon. Lautstark angefeuert durch die zahlreichen Fans im Stadion ruhte sich die 27-Jährige nicht etwa auf ihrem Vorsprung aus, sondern gab weiter Vollgas. Die Belohnung folgte auf den Fuß: Wie schon im Vorlauf der Olympischen Spiele 2021 pulverisierte sie ihre persönliche Bestleistung. Die Uhr blieb bei 54,32 Sekunden stehen, fast eine halbe Sekunde schneller als damals in Tokio hatte Carolina Krafzik ihre Stadionrunde mit Hürden absolviert.

Halbfinale heute um 11.55 Uhr

Der Jubel bei Fans und Athletin war riesig. Mit dieser starken Leistung qualifizierte sich die Sindelfingerin mehr als souverän für das Halbfinale, das am heutigen Donnerstag um 11.55 Uhr ausgetragen wird. „Dass es so gut läuft, hätte ich wirklich nicht gedacht. Ich habe das Publikum auf der Zielgeraden gehört, das war toll. Ich lag in Führung und alle haben mich angefeuert. Mit so einer starken neuen Bestleistung hätte ich aber nicht gerechnet“, freute sich Krafzik direkt nach ihrem Lauf.

Nach einer langwierigen Verletzung in der Vorbereitung war die Sindelfingerin nur langsam in den Tritt gekommen, bei den Weltmeisterschaften in Eugene schied sie noch mit einer fast zwei Sekunden langsameren Zeit im Vorlauf aus. Die Topform kam aber in den Wochen danach zurück.

„Caro ist richtig gut drauf, sie hat eine Form wie im letzten Jahr bei den Olympischen Spielen. Dass sie das mit dem Rhythmus aber so gut hinbekommt, hätte ich nicht gedacht. Jetzt geht es aber erst mal weiter. Im Halbfinale muss sie noch mal so einen Lauf zeigen“, sagt Trainer Werner Späth. Auch Carolina Krafzik überraschte sich selbst: „Wir haben meinen Rhythmus verändert und in der Abschlusseinheit hat es nicht geklappt. Aber das ist ja oft ein gutes Omen, wenn die Generalprobe schiefgeht.“

Getragen von den, nach sechs Medaillen schon erfolgsverwöhnten, Münchner Fans zahlten sich die vielen Tempoläufe spätestens auf der Zielgeraden aus. „Werner hat die Ansage gemacht, dass ich den Lauf bis ins Ziel durchziehen muss, damit ich mit einer guten Zeit ins Semifinale komme und dort für die beste Bahn gesetzt bin“, erzählt Krafzik.

Im Halbfinale nämlich werden die Karten nicht unbedingt neu gemischt. Über die 400-Meter-Hürdenstrecke ist es tatsächlich so, dass einige Bahnen besser sind als andere. Die Stadionrunde in den engen Kurven auf den Innenbahnen oder aber ganz außen absolvieren zu müssen, ist objektiv schwieriger, ein kleiner Nachteil für die Athleten bleibt. Im morgigen Halbfinale kommen nun aber noch weitere Athletinnen dazu, genauer gesagt die besten Europas, die erst im Halbfinale einsteigen dürfen. Für sie sind die besseren Bahnen reserviert, als schnellste Athletin aus den Vorläufen wird aber auch Carolina Krafzik auf eine schnelle Bahn gesetzt. „Damit habe ich eine bessere Ausgangsposition“, so die Grundschullehrerin.

Im ersten von drei Halbfinals bekommt sie es mit starken Athletinnen zu tun, auf dem Papier hat aber, nach ihrer starken Steigerung von Mittwoch, nur Norwegerin Line Kloster eine schnellere Bestleistung. Die ersten beiden Athletinnen und die zwei Zeitschnellsten aller Halbfinals qualifizieren sich für das Finale am Freitagabend, in Sindelfingen drückt man also die Daumen, dass Carolina Krafzik auch einen zweiten schnellen Lauf auf die Bahn des Münchner Olympiastadions zaubern kann.

„Ich will noch gar nicht über das Finale nachdenken, ich bin lange nicht mehr eine solche Zeit gelaufen“, weiß Krafzik. Für sie sind die nächsten Stunden entscheidend: „Jetzt muss ich mich gut regenerieren, bisher konnte ich aber am zweiten Tag auch immer noch gute Leistungen zeigen.“


Preis meldet sich zurück

Der 24-Jährige erreicht locker das Halbfinale und lobt das Publikum

Die Sindelfinger Wundertüte bei der Leichtathletik-Europameisterschaft hat gezündet. Constantin Preis hat es geschafft, sich nach langwieriger Verletzungspause bei der Heim-EM auf den Punkt fit zu präsentieren. Schon vor seinem Vorlauf über die 400-Meter-Hürdenstrecke war der 24-Jährige zu Scherzen aufgelegt und zeigte, wie viel Spaß er an seinem Auftritt bei der Heim-EM hat.

Im Rennen zeigte sich Preis kompromisslos, schon eingangs der zweiten Kurve lag der Mann, der für seine starke Zielgerade bekannt ist, auf den vorderen Plätzen und zog dann, scheinbar mühelos, vor der letzten Hürde der Konkurrenz davon. Als Vorlaufsieger qualifizierte er sich souverän für das Halbfinale und reckte den Zeigefinger.

Trotz ansteigender Form hatte er die 50 Sekunden bislang aber noch nicht unterbieten können. In München platzte aber der Knoten, es leuchteten schnelle 49,63 Sekunden auf, die sechstschnellste Zeit der Konkurrenz. „Das tut extrem gut, endlich bin ich wieder unter 50 Sekunden gelaufen. Das Laufen fühlt sich gut an“, so der 24-Jährige direkt nach seinem Lauf, ehe er zur Erholung doch einige Minuten auf der Stadiontreppe verbrachte. So konnte er seiner Vereinskameradin Carolina Krafzik, die nach 20 Minuten ihrerseits als Vorlaufsiegerin folgte, als Erster zur Bestleistung gratulieren.

Langsam kommt Constantin Preis wieder in seine Wettkampfroutine, noch eine Sekunde fehlt zur Bestleistung vom vergangenen Jahr. Die Halbfinal-Qualifikation war aber keineswegs selbstverständlich. „Ich wusste, dass ich schnell laufen kann, aber ich wusste auch, dass es genauso gut anders herum laufen kann. Deswegen bin ich zwar ambitioniert rangegangen, hatte aber keine zu hohen Erwartungen“, sagt Constantin Preis.

„Die Zuschauer sind grandios“

Besonders genoss der Sindelfinger die tolle Atmosphäre im Münchner Olympiastadion. „Die Zuschauer sind grandios. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Im Ziel angekommen, bedankte sich der 24-Jährige, der schon einige internationale Rennen erlebt hat, überschwänglich beim Publikum. Am heutigen Donnerstag geht es für Constantin Preis gleich weiter. Im dritten Halbfinale startet er auf Bahn zwei um 11.41 Uhr. „Ins Halbfinale gehe ich mit der gleichen Einstellung, alles geben und dann mal schauen, was dabei herauskommt.“


Heute (18.08.22) sind nun die Halbfinalläufe gewesen.
Leider konnte sich Constantin nicht für die Finals am Freitag qualifizieren. In seinem Lauf belegte er mit Jahresbestzeit von 49,55 s den 5. Platz. Angesichts der bisherigen Saison eine tolle Leistung.

Besser lief es für Carolina. Sie lief beherzt an und war bis kurz vor dem Ziel klar vorne. Wurde dann von

Sara Gallegl – 55,16 s (ESP) noch knapp überlaufen. Caro`s Leistung: 55,29 s.als Zweitplatzierte damit klar für das Finale qualifziert. Viel Unterstützung wird es am Freitag Abend geben. Eine große Schar Sindelfinger Fans werden im Olympiastadion für Carolina Krafzik kämpfen. Derzeit steht sie allerdings mit ihrer Leistung an 8. Stelle der Finalsistinnen. Ob irgend etwas gegen die Holländerin Femke Bol gewachsen sein wird, ist schwierig zu bewerten. Ein großartiger Erfolg ist die Finalteilnahme alle Mal.  Wir werden das gemeinsam am Freitag erleben.

 

 

 


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