Cross-DM im Sindelfinger Freibad: Bronze für Paul Specht, Gold für VfL-U20-Mädels
  09.03.2020

Holger Schmidt für die Kreiszeitung Böblingen: SINDELFINGEN. Eine erwartete und eine überraschende Medaille - gleich zweimal stand der gastgebende VfL Sindelfingen auf dem Siegertreppchen bei den deutschen Crosslauf-Meisterschaften im Freibad. Bronze gab's für Lokalmatador Paul Specht in der U20, Gold holte das Trio Kim Bödi, Antonia Greb und Mia Jurenka als Mannschaft bei den gleichaltrigen Mädchen.

Vor allem diese drei strahlten mit der immer wieder herauskommenden Sonne um die Wette. Denn mit dem zudem sehr deutlichen Erfolg in der Mannschaftswertung war keineswegs zu rechnen. "Wir wollten mitlaufen", meinte fast schon bescheiden Mia Jurenka, die als Einzel-Fünfte von insgesamt 52 Teilnehmerinnen ihrer Altersklasse den Grundstein legte. "Wir haben mit dem Podium spekuliert", bekannten ihre beiden Mitstreiterinnen, die mit den Rängen neun für Antonia Greb und zehn für Kim Bödi das Top-Teamresultat komplettierten. "Das Ergebnis macht viel Spaß", waren sich alle einig. Aber auch, dass die Bedingungen mit dem immer tiefer werdenden Matsch "ganz schlimm" waren.

Davon konnte insbesondere Paul Specht ein Lied singen. Mit großen Erwartungen ging der Maichinger, im vergangenen Jahr deutscher Crosslaufmeister U18, auf die Strecke. Sechs Runden mussten die U20-Jungs auf den Wiesen zurücklegen, wo sich im Sommer die Freibadgäste tummeln. Lange stets im Bild und in einer der beiden führenden Positionen zeigte sich Specht, der vor heimischem Publikum gerne gewinnen wollte. Immer wieder hallten "Paul, Paul"- Rufe ums Geläuf. Zwar lief nach 23:14 Minuten am Ende auch ein Paul als Erster über die Ziellinie. Doch mit Paul Feuerer (LAC Passau) war's zumindest für den Sindelfinger Anhang der falsche. Zweiter wurde zeitgleich Roman Freitag (Erfurter LAC), für Paul Specht, der auf der Schlussrunde doch den Anschluss verloren hatte, blieb vier Sekunden zurück Bronze.

Gudrun Vogl sichert einen weiteren Platz ganz oben auf dem Treppchen

Seine erste Gefühlslage: Enttäuschung. Mit einigem Abstand und eingehenderer Analyse aber hellte sich seine Miene dann doch noch auf. "Die Strecke mit Schlamm bis über den Knöchel war brutal kräftezehrend. Als etwas schwererer Athlet konnte ich nur die Zielgerade richtig laufen", so der 17-Jährige, "dafür ist das Ergebnis gut." Zum Einzel kam Platz vier in der Mannschaft gemeinsam mit seinen Vereinskameraden Marius Nass und Bennet Schneider.

Achte für den VfL wurden Robert Meyer, Velten Schneidern und Johannes Bergdolt auf der Mittelstrecke der Männer, sogar Sechste Nina Waltert, Luise Eisenmann und Paula Schönbucher bei der weiblichen Jugend U18. Unverwüstlich schien dabei Robert Meyer, der später auch noch die Männer-Langstrecke als Zehnter absolvierte.

Einen weiteren Platz ganz oben auf dem Siegertreppchen sicherte sich Gudrun Vogl (LG Gäu Athletics). In der Klasse W70 hatte die unverwüstliche Renningerin im Ziel fast zwei Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte.

In den Einlageläufen U16 glänzte aus der Region der Nachwuchs der KSG Gerlingen. Bei den Mädchen lief die Leonbergerin Lisa Maisch auf den zweiten Rang, Vierter bei den Jungs wurde Noé Chrétien. Weitere gute Platzierungen erzielten als Siebte und Achte die Mannschaften der männlichen Jugend U20 und weiblichen Jugend U18 mit Lucca und Nicklas Kaltenecker sowie Daniel Obermüller und Annika Buser, Pia Kircher und Nora Dickhoff.

Klarer Verlierer aber war bei einer ansonsten rundum gelungenen Veranstaltung der Rasen des Sindelfinger Freibads. Es tat schon beim Hinsehen weh, wie sich die Wiese nach tagelangem Regen mit jedem weiteren der insgesamt 13 Läufe zumindest stellenweise immer mehr in eine Art morastigen Tümpel verwandelte. Hier sind Sportamt und Stadtgrün voll gefordert, um bis zum Beginn der Freibadsaison in nicht einmal zwei Monaten wenigstens die gröbsten Schäden zu beseitigen und für viel frisches Gras zu sorgen.



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