Constantin Preis kriegt nicht genug
  08.09.2022

Constantin Preis: Die Beine machen mit, die mentale Frische ist zurück. Bild: Schüttke

Saskia Schüttke in der SZBZ vom 08.09.2022: Eine Pause kommt für das 400-Meter-Hürden-Ass nicht infrage, der Sindelfinger gibt auf europäischen Meetings richtig Gas.

Während sich viele Athleten in die wohlverdiente Saisonpause verabschieden, andere sogar mit dem Vorbereitungstraining angefangen haben, hat einer noch lange nicht genug: 400-Meter-Hürden-Ass Constantin Preis vom VfL Sindelfingen nutzt seine gute Spätform, um bei Meetings in ganz Europa zu glänzen, und holt nach, was er wegen seiner Verletzungspause verpasst hat.

Erst das World Tour Silver Meeting in Italien, dann ein Diamond League Meeting in Brüssel und am Sonntag das ISTAF in Berlin. Constantin Preis kommt zurzeit viel herum und zeigt durchweg starke Leistungen. Zuletzt kam er am Sonntag nah an seine Bestleistung heran und lief auf der großen Leichtathletikbühne in Berlin mit 48,85 Sekunden auf den vierten Platz.

„In Italien hat er das Ding gewonnen. In der Diamond League hat er den Drittplatzierten der EM, Yasmani Copello, geschlagen und beim ISTAF noch mal“, freut sich Trainer Sebastian Marcard. „Man kann schon sagen, er ist auf europäischem Spitzenniveau. Jetzt hoffen wir, dass er die Chance bekommt, das zu zeigen. Wir sind ganz happy, dass es wieder klappt und die Gesundheit und die mentale Frische da sind.“

Der Rückschlag

Die Leistung ist hoch einzuschätzen, denn Constantin Preis hat sich buchstäblich zurückgekämpft. Direkt zu Saisonbeginn hatte sich der 24-Jährige schwer verletzt und musste mit einem Muskelfaserriss lange pausieren. Denkbar schlechtes Timing für Preis, der sich für 2022 eigentlich viel vorgenommen hatte, mit den Weltmeisterschaften in Eugene und den Europameisterschaften in München standen gleich zwei Saisonhöhepunkte an. Doch die Verletzung heilte mühsam und warf den Sindelfinger um Wochen zurück.

Die Bemühungen von Trainer Sebastian Marcard, seinen Schützling bis zu den deutschen Meisterschaften in Berlin fit zu bekommen scheiterten, Preis verpasste die nationale Meisterschaft und in der Folge auch die Weltmeisterschaften im Juli. Immerhin stand er bald darauf wieder auf der Bahn. Doch wieder an die starke Form vom Vorjahr heranzukommen, erwies sich als eine Aufgabe, die in der kurzen Zeit, die bis zu den Europameisterschaften Mitte August noch blieb, nicht zu bewältigen war.

Jetzt noch Zagreb und Bellinzona

Es fehlten die Wettkampfpraxis, der Rhythmus, der schnelle Kick am Ende. Dennoch setzte sich der Sindelfinger für die EM große Ziele. Mindestens das Halbfinale sollte es sein, eigentlich aber der Finaleinzug. Der Plan schien zunächst aufzugehen. Im Vorlauf zeigte Preis sein schnellstes Rennen der Saison.

Einen Tag später im Halbfinale konnte er sich aber nicht weiter steigern und schied aus. Ein Rückschlag für den ehrgeizigen Sportler, der seinen Finaltraum begraben musste und enttäuscht die Heim-EM beendete.

Schnell meldete sich Preis aber wieder zurück im Wettkampfzirkus. Er ist noch nicht fertig mit seiner Saison und zu den letzten internationalen Auftritten sollen in den nächsten Tagen noch weitere kommen.

Am Mittwoch stand in Zürich das Diamond-League-Finale an, Constantin Preis hoffte bis zuletzt als Ersatzmann auf seinen Einsatz. In wenigen Tagen geht es weiter, am Sonntag steht in Zagreb ein Wettkampf an und am Montag will er in Bellinzona starten.

erstellt von Saskia Schüttke für die SZBZ / bearbeitet: Locher

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