Constantin Preis auch ohne Hürden schnell
  22.02.2021

Holger Schmidt in der Kreiszeitung Böblinger Bote vom 22.02.21: Überraschende Silbermedaille für den VfL Sindelfingen bei der deutschen Hallenleichtathletik-Meisterschaft in Dortmund. Licht und Schatten lagen eng beieinander für die Leichtathleten des VfL Sindelfingen bei der deutschen Hallen-Meisterschaft am Wochenende in Dortmund. Während die Kugelstoßer die erhoffte und von den Vorleistungen her auch erwartete Medaille knapp verpassten, wurde Constantin Preis über 400 Meter überraschend deutscher Vizemeister.

Von Holger Schmidt

Dabei ist eigentlich die mit Hürden gespickte Stadionrunde im Freien die Spezialdisziplin des 22-Jährigen. 2019 und 2020 glänzte der gebürtige Moldawier als deutscher Meister über 400 Meter Hürden. Jetzt bewies er auch auf den zwei 200-Meter-Hallenrunden ohne Hürden seine Stärke. Frisch aus dem Trainingslager von den Kanarischen Inseln zurück, erzielte er bereits im Vorlauf am Samstagnachmittag mit 46,81 Sekunden eine überragende persönliche Bestzeit und hielt sogar den deutschen Jahresbesten Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz/46,58), der sich mit 47,20 Sekunden begnügen musste, deutlich in Schach. Sein Ergebnis bedeutete zugleich die Norm für die Hallen-Europameisterschaft vom 4. bis 7. März in Torun (Polen).

Am Tag darauf im Finale unterstrich Constantin Preis seine derzeitige Top-Form. Lange an dritter Stelle laufend, setzte er auf der Zielgeraden außen zum Überholvorgang an und passierte den lange führenden Marvin Schlegel, der in 47,15 Sekunden am Ende Dritter wurde. Wer aber gewonnen hatte, war auch den Athleten selbst im Ziel zunächst unklar. Constantin Preis oder der erst als Nachrücker zum Hallen-DM-Aufgebot gestoßene Henrik Krause (LG Olympia Dortmund) ganz auf der Innenbahn? Es war der Lokalmatador, der sich im Fotofinish mit Bestzeit von 47,03 Sekunden knapp vor Preis (47,05 Sekunden) durchsetzte. Für den Hürdenspezialisten dennoch ein toller Erfolg und als Zugabe die Teilnahme am internationalen Höhepunkt der Hallensaison.

Elf Zentimeter fehlen Simon Bayer zur erhofften Bronzemedaille

Die VfL-Kugelstoßer hingegen kamen in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle bis auf Youngster Eric Maihöfer, der mit persönlicher Bestweite von 18,45 Metern Achter wurde, nicht richtig in Schwung und konnten im Unterschied zu früheren Titelkämpfen, als sie sich oft von Versuch zu Versuch verbesserten, in den letzten Durchgängen nicht mehr zulegen. Tobias Dahm wuchtete sein Sportgerät gleich zum Einstieg auf 19,36, sechs Zentimeter über seiner bisherigen Saisonbestleistung, ließ dann noch einmal 19,34 folgen. Doch die restlichen vier Versuche blieben ungültig. Das war unter dem Strich Rang fünf und damit sicher nicht das erhoffte Ergebnis für den Vorjahres-Vizemeister.

Simon Bayer, der in diesem Winter mit 20,12 Metern bereits die begehrte 20-Meter-Marke übertroffen hat, stieg gleich mit einem Fehlversuch ein. Danach gelangen ihm 18,83, und nach 19,59 schien der letztjährige deutsche Freiluft-Vizemeister sogar auf Kurs für eine abermalige Medaille. Doch bei den weiteren drei Durchgängen sah der Drehstoßtechniker jedes Mal die rote Fahne des Kampfrichters. Auch wenn nur elf Zentimeter zu Bronze fehlten, mehr als der vierte Platz war diesmal nicht drin. Deutscher Hallenmeister wurde unangefochten Favorit David Storl (SC DHfK Leipzig/20,83) vor Christian Zimmermann (Kirchheimer SC), der mit 20,09 einen neuen bayerischen Hallenrekord aufstellte.

Bei den Frauen verließ Lea Riedel vom VfL Sindelfingen mit 16,01 Metern als Achte den Ring. Im 60-Meter-Hürdenlauf schaffte Vereinskamerad Niklas Rippon mit 9,18 Sekunden (Vorlauf 8,45 Sekunden) im Finale am Samstagabend das gleiche Ergebnis.

 

Constantin Preis Vizemeister über 400m


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