Als Krönung gibt es den Weltrekord
  30.10.2020 •     Pressemitteilung

Saskia Drechsel in der SZBZ vom 30.10.20: Von null auf hundert: 100 Jahre Leichtathletik im VfL Sindelfingen haben eine ganze Menge mit Tempo und Beschleunigung zu tun. Darum dreht es sich im 16. Teil der Serie zum runden Jubiläum: die Staffeln.

Die Staffelerfolge der Sindelfinger Leichtathleten trugen viel zum guten Ruf des Vereins bei und waren für zahlreiche Sprinter ein Grund, ins blau-weiße Trikot zu wechseln. So auch die Brüder Martin und Thomas Bürkle. Sie fanden 1982 aus dem benachbarten Baden den Weg nach Sindelfingen und in die 4 x 400-Meter-Vereinsstaffel. Die Plätze waren damals heiß umkämpft. „Es war schwer, überhaupt in die Staffel zu kommen. Für vier Plätze gab es mindestens acht Bewerber. Einen Platz zu bekommen, war ein Prestigeobjekt, und man wuchs jedes Mal über sich hinaus“, so Martin Bürkle.

1983 stand dann die 4 x 400-Meter-Staffel der Blau-Weißen erstmals ganz oben auf dem Treppchen. In Bremen feierte man unter Trainer Gerd Walch den Sieg in der Besetzung Gert Benz, Uwe Fegert, Martin Bürkle und Martin Weppler in 3:06,42 Minuten. „Ich war erst im Vorjahr vom Basketball gekommen, und nach einem Jahr schon Deutscher Meister zu werden, das war schon was“, erinnert sich Gert Benz. „Ich bin immer Start gelaufen, weil ich meine Sprintschnelligkeit hatte. Gerade in der Halle war es wichtig, schon in der ersten Runde vorne zu liegen, um taktisch laufen zu können“, so Benz. „Jörg Vaihinger hat immer gesagt, gebt mir einfach den Stab, und ich hole fünf bis sechs Meter Rückstand wieder auf. Er ist lieber hinterhergelaufen und war meistens Erster im Ziel.“

Goldener Moment

Einen goldenen Moment erlebten die Sindelfinger Leichtathleten bei den deutschen Jugendhallenmeisterschaften 1986 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Jutta Fundel, Ilka Kilper, Sonja Dinkelacker und Birgit Wolf trugen das Staffelholz als Siegerinnen über 4 x 200 Meter ins Ziel. „Wir haben total unerwartet gewonnen. Ich bin an Position drei gelaufen, und Birgit Wolf war dann hintenraus überragend“, erinnert sich Sonja Nagel, damals Dinkelacker.

Sogar den deutschen Jugendrekord stellte das Quartett ein. „Da kam alles zusammen: Die Wechsel haben gepasst, und wir sind mit unseren Leistungen über uns hinausgewachsen“, sagt Sonja Nagel. Das Glück der Blau-Weißen war perfekt, als nur wenige Minuten später auch die männliche Jugendstaffel zum Titel lief und das mit einem souveränen Sieg vor einer vollen Halle mit toller Atmosphäre, wie Sonja Nagel noch weiß. „Das war ein tolles Mannschaftserlebnis. Wir haben uns alle super verstanden und quasi unsere gesamte Jugend zusammen beim Training verbracht.“

Im gleichen Jahr dann der erste 4 x 200-Meter–Titel bei den Frauen. Andrea Bersch, Ulrike Sárvári, Birgit Wolf und Heidi-Elke Gaugel triumphierten im Sindelfinger Glaspalast in der damaligen Weltrekordzeit von 1:33,56. Die erfolgreichen Trainer: Joachim Thomas und Werner Späth. Sechs weitere Hallentitel über 4 x 200 m sollten folgen. Originalton Andrea Bersch: „Wenn ich mir das Bild heute anschaue, wie damals unsere Frisuren aussahen, kann ich nur sagen: Die nächste Dauerwelle geht auf mich. Aber Spaß beiseite, im ersten Augenblick waren wir natürlich sprachlos über die Leistung, einen Weltrekord nach Sindelfingen geholt zu haben.“

Jeden Freitag stellt die SZ/BZ die Geschichte der VfL-Leichtathleten nach. Im 17. Artikel geht es am 6. November um die Sindelfinger Staffeltradition Folge 3.

Saskia Drechsel für die SZBZ.

Wir sind 100! Die Staffeln-2

erstellt von Saskia Drechsel in der SZBZ

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